winden

winden

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win|den ['vɪndn̩], wand, gewunden <+ sich>:
1. sich (vor Schmerzen) krümmen, sich hin und her werfen:
der Verletzte wand sich vor Schmerzen.
2. durch ausweichende Reden eine klare Antwort oder Entscheidung zu umgehen suchen:
er wand sich in seinen Reden, um die unangenehme Sache zu verbergen.
Syn.: Ausflüchte machen, einen Eiertanz aufführen (ugs.), einen Eiertanz vollführen (ugs.), um den heißen Brei herumreden (ugs.).

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wịn|den1 〈V. 283; hat
I 〈V. tr.〉 etwas \winden
1. mit einer Winde auf- od. abwärtsbewegen
2. drehen, drehend bewegen
3. wickeln, schlingen
4. drehend zusammenfügen, flechten (Blumen, Girlanden, Kranz)
● einen Eimer (Wasser) aus dem Brunnen, in die Höhe \winden; jmdm. die Waffe aus den Händen \winden; ein Band um etwas \winden; sich ein Tuch um den Kopf \winden; Draht, Garn um eine Spule \winden; Blumen zum Kranz \winden
II 〈V. refl.〉 sich \winden
1. ranken, um etwas herum- od. an etwas hinaufwachsen (Pflanzen)
2. sich krümmen (Wurm, Schlange)
3. in Windungen verlaufen, sich schlängeln (Fluss, Weg)
4. 〈fig.; umg.〉 Ausflüchte machen, nicht die Wahrheit sagen wollen, nicht offen reden wollen
● sich durch eine Menschenmenge, eine Lücke im Zaun \winden sich drehend hindurchbewegen; der Pfad, Bach windet sich durch die Wiesen; der Efeu windet sich um den Baumstamm; eine Schlange wand sich um seinen Arm, sein Bein; sich vor Schmerz \winden; er wand sich vor Verlegenheit, Scham 〈fig.; umg.〉
[<mhd. winden <ahd. wintan <got. biwindan „umwinden“ <idg. *uendh- „drehen, winden, wenden, flechten“; → Wand, Windel, Wendeltreppe, Gewinde]
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wịn|den2 〈V. intr.; hat
I 〈unpersönl.〉 es windet es geht, es weht ein Wind ● draußen windet es tüchtig
II 〈persönl.; Jägerspr.〉 Witterung aufnehmen, den Wind prüfen ● das Wild, der Hund windet

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1wịn|den <st. V.; hat [mhd. winden, ahd. wintan, eigtl. = drehen, wenden, flechten]:
1. (geh.)
a) durch Schlingen, Drehen, Flechten o. Ä. an, in etw. befestigen, zu etw. verbinden:
Blumen in einen Kranz w.;
sie wand dem Kind Schleifen ins Haar;
sie wanden Zweige und Blumen zu Girlanden;
b) durch Schlingen, Drehen, Flechten o. Ä. herstellen, anfertigen:
aus Blumen Kränze w.;
er wand bunte Girlanden aus Papier;
c) um etw. legen, binden, knüpfen, durch Darumlegen, -binden anbringen, befestigen:
sie windet ein Band um das Buch;
das Kind wand (selten; legte, schlang) seine Arme um den Hals der Mutter;
er wand sich, dem Kind ein Tuch um den Kopf;
d) <w. + sich> sich um etw. herumschlingen; um etw. gelegt, geschlungen sein:
die Bohnen winden sich um die Stangen;
die Zöpfe wanden sich kranzförmig um ihren Kopf.
2. (geh.) durch heftige drehende Bewegungen aus den Händen reißen, gewaltsam wegnehmen:
einem Angreifer den Stock, die Waffe aus der Hand w.;
sie wanden der weinenden Mutter das Kind aus den Armen.
3. <w. + sich>
a) sich in schlangenartigen Bewegungen, in einer Schlangenlinie gleitend fortbewegen:
die Schlange windet sich im Sand;
b) sich krümmen, krampfhafte Bewegungen machen:
sich in Krämpfen w.;
sie wand sich vor Schmerzen, vor Weinen und Schluchzen;
er wand sich vor Verlegenheit, vor Scham, vor Lachen;
Ü eine gewundene (nach Ausflüchten klingende) Erklärung abgeben;
gewundene (umständlich gedrechselte, verschlungene) Sätze;
sich sehr gewunden (umständlich u. gekünstelt) ausdrücken.
4. <w. + sich>
a) sich durch etw. irgendwohin schlängeln (2):
er versuchte sich durch die Menge zu w.;
er wand sich durch die Absperrung nach vorn;
b) in einer unregelmäßigen Schlangenlinie, in unregelmäßigen Bogen irgendwo verlaufen; sich schlängeln (1 b):
ein schmaler Pfad windet sich bergaufwärts;
eine gewundene Treppe;
ein gewundener Flusslauf.
5. [zu Winde (1)] mit einer Winde (1) irgendwohin befördern:
eine Last aufs Baugerüst, nach oben w.;
die Netze aus dem Meer w.
2wịn|den <sw. V.; hat [spätmhd. winden, zu Wind]:
1. <unpers.> (seltener) (vom Wind) spürbar, mit einer gewissen Heftigkeit wehen:
hier windet es.
2. (Jägerspr.) (vom Wild u. von Hunden) Witterung nehmen; wittern (1 a):
das Reh, der Hund windet mit gehobener Nase.

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winden,
 
Jägersprache: wittern.

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1wịn|den <st. V.; hat [mhd. winden, ahd. wintan, eigtl. = drehen, wenden, flechten; 5: zu ↑Winde (1)]: 1. (geh.) a) durch Schlingen, Drehen, Flechten o. Ä. an, in etw. befestigen, zu etw. verbinden: Blumen in einen Kranz w.; sie wand dem Kind Schleifen ins Haar; die Frauen wanden Zweige und Blumen zu Girlanden; b) durch Schlingen, Drehen, Flechten o. Ä. herstellen, anfertigen: aus Blumen Kränze w.; sie wand bunte Girlanden aus Papier; c) um etw. legen, binden, knüpfen, durch Darumlegen, -binden anbringen, befestigen: sie windet ein Band um das Buch; das Kind wand (selten; legte, schlang) seine Arme um den Hals der Mutter; sie wand sich, dem Kind ein Tuch um den Kopf; Die Friseurin nimmt eine Rundbürste aus der Tasche und strählt und föhnt und windet ihr kunstvoll das Haar um den Kopf (Frischmuth, Herrin 46); d) <w. + sich> sich um etw. herumschlingen; um etw. gelegt, geschlungen sein: die Bohnen winden sich um die Stangen; die Zöpfe wanden sich kranzförmig um ihren Kopf. 2. (geh.) durch heftige drehende Bewegungen aus den Händen reißen, gewaltsam wegnehmen: einem Angreifer den Stock, die Waffe aus der Hand w.; sie wanden der weinenden Mutter das Kind aus den Armen. 3. <w. + sich> a) sich in schlangenartigen Bewegungen, in einer Schlangenlinie gleitend fortbewegen: die Schlange windet sich im Sand; Karl sitzt am Fenster und sieht hinunter, wie sich der Zug da durch die Straßen windet (Kempowski, Zeit 284); die wie graue Raupen sich durch den Schnee windenden Infanteriekolonnen (Plievier, Stalingrad 106); b) sich krümmen, krampfhafte Bewegungen machen: sich in Krämpfen w.; zwei Körbe schöner Fische, von denen sich einige immer noch wanden (Ransmayr, Welt 280); sie wand sich vor Schmerzen, vor Weinen und Schluchzen; er wand sich vor Verlegenheit, vor Scham, vor Lachen; Ü Der windet sich (sucht nach Ausflüchten) und muss es schließlich zugeben (Remarque, Westen 69); Ravens, der frühere Lehrmeister, dreht und windet sich, bis er endlich einem Gehalt zustimmt (Bieler, Bär 41); eine gewundene (nach Ausflüchten klingende) Erklärung abgeben; gewundene (umständlich gedrechselte, verschlungene) Sätze; sich sehr gewunden (umständlich u. gekünstelt) ausdrücken. 4. <w. + sich> a) sich durch etw. irgendwohin ↑schlängeln (2): er versuchte sich durch die Menge zu w.; er wand sich durch die Absperrung nach vorn; b) in einer unregelmäßigen Schlangenlinie, in unregelmäßigen Bogen irgendwo verlaufen; sichschlängeln (1 b): ein schmaler Pfad windet sich bergaufwärts; bei dieser letzten Kehre, mit der sich die Straße aus der Ortschaft wand (Kronauer, Bogenschütze 223); an dem sich windenden Band der Spree entlang (Plievier, Stalingrad 104); eine gewundene Treppe; ein gewundener Flusslauf. 5. mit einer ↑Winde (1) irgendwohin befördern: eine Last aufs Baugerüst, nach oben w.; die Netze aus dem Meer w.
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2wịn|den <sw. V.; hat [spätmhd. winden, zu ↑Wind]: 1. <unpers.> (seltener) (vom Wind) spürbar, mit einer gewissen Heftigkeit wehen: Ich lebte in den Seealpen, auf jenen kahlen Höhen, wo es immer windet (Widmer, Kongreß 109); ihr Rossschwanz wollte einfach nicht hinten bleiben, so windete es (Frisch, Homo 127). 2. (Jägerspr.) (vom Wild u. von Hunden) Witterung nehmen; ↑wittern (1 a): das Reh, der Hund windet mit gehobener Nase.

Universal-Lexikon. 2012.

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